Zucchini statt Butter…

Ich gehöre zu der verbreiteten Spezie der Begeisterungsfähigen, Schnellst-entflammbaren, den „Rand dann nicht voll“-Kriegenden, zu denen, die sich im ersten Semester mit Verve auf „alle“ Kurse schmeißen, die sich spannend anhören, und dann kurz vor Schluss kleinlaut und klammheimlich einen Großteil zu entsorgen, die beim Filmfests, so lange jonglieren, um „alle“ im Programmheft interessant erscheinenden Filme aus Korea, Uganda und Belize im Original mit japanischen Untertiteln, zu sehen, ohne die geringste Rücksicht auf die Fähigkeit ihrer Kehrseite oder des körperlichen Bedarfs an Vitamin D, und dann während des „den aber unbedingt!“-Films auf ihrem Handy in ihrer Handtasche getarnt ihre Mails checkt.

Ein bisschen so ist es auch mit mir und meinem neu angelegten Garten, an dessen Bepflanzung ich ja schon seit der ersten „Wildnis-Stunde komponiere. Voller Elan habe ich jedes Samenkörnchen ausgeworfen, ja, geworfen, nicht in Reih und Glied gesetzt, ja, jetzt weiß ich auch, dass ein Beet nicht der richtige Ort ist, um die Anarchistin zu geben, vor allem  nicht, wenn man mit meinem gärtnerischen Grundwissen ausgerüstet ist. Als es dann sprießte, und ich nicht entscheiden konnte zwischen „ist das gut“ oder „kann das weg“, bin ich erst mal Mitglied in einer Gartengruppe geworden, denen die Aufnahme, ob meiner in den letzten Monaten stündlichen eingehenden „Was ist das?“- Fragen bestimmt schon leid tut 🙂

Das nächste und von mir völlig unterschätzte Problem ist, mein Gärtnern ist furchtbar erfolgreich (Klar, Anfängerglück und so!). Problem deshalb, weil Fortune beim Scholle beackern bedeutet, reiche Ernte, bedeutet Gemüse satt, bedeutet nach dem täglichen Gegen-an-essen: What the hell soll ich mit den, die Küche belagernden, Zucchinibergen nur anstellen, damit ich auch noch bei Regen und Sturm, was davon habe?

Einkochen, einwecken, trocknen, marinieren.. unzählige Möglichkeiten & ein neues, weites Feld für mich, auf das ich mich nun mit Enthusiasmus stürze wie früher auf das Filmfestprogramm.

Hier nun das erste Ergebnis.

Indisches Zucchinichutney

recipe for 3 Weckgläser à 300 ml

  • 1 ziemlich große Zucchini (etwa 2 kg) gewaschen, geteilt, entkernt, gewürfelt
  • 3 El Meersalz
  • 3 gr. Zwiebeln, geschält & gehackt
  • 6 Karotten, geschält & grob geraspelt
  • 100 g eingelegter (Sushi)-Ingwer, ausgedrückt & klein geschnitten
  • 1-2 rote Chilis, entkernt & in feine Streifen geschnitten
  • 750 ml Apfelessig
  • 2 El Kurkumapulver
  • 2 El schwarzer Kümmelsamen
  • 1 El Koriandersamen
  • 60 – 80 g Rohrzucker
  • 1-2 Tl  fr. gem. schw. Pfeffer

 

how to do

  • die Zucchiniwürfel mit etwa 1-2 El Meersalz in eine gr. Schüssel geben, mischen & 1 Std. ziehen lassen
  • danach gut abspülen & abtropfen lassen
  • die Zucchini- und Zwiebelwürfel mit den geraspelten Karotten, dem Knoblauch, Chili & Ingwer in einen großen Topf geben
  • in einer heißen Pfanne die Kümmel & Koriandersamen mit dem Kurkumapulver rösten, bis die Samen knacken
  • dann zur Zucchinimischung geben
  • mit dem Pfeffer würzen & den Essig dazu gießen
  • Zucker & etwas Meersalz zufügen
  • etwa 1 Std. köcheln lassen bis die Flüssigkeit fast verkocht ist
  • das Chutney in heiße! & sterilisierte! Gläser füllen, verschließen & und auf den Kopf stehen lassen bis es abgekühlt ist
  • beschriften mit Inhalt & Datum
  • vor dem Verbrauch mindestens 1 Monat durchziehen lassen

 

smell, taste & go for the show…

 

 

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